Deutsche Börse-News: Sand im Getriebe (Nebenwerte)
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Den allgemein schwächelnden Börsen kann sich auch das Scale-Segment nicht entziehen. Für die meisten Titel ging es zuletzt nach unten. Ausnahmen sind etwa Nynomic und Deutsche Rohstoff.
15. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Auch im Scale-Segment ist der Schwung weg. Nach seinem Vierjahreshoch bei 1.756 Punkten Anfang Juni liegt der Scale All Share-Index am Dienstagmorgen nur noch bei 1.484 Punkten. Lediglich rund 30 Prozent der Scale-Werte haben auf Dreimonatssicht zulegen können, rund 70 Prozent verloren. Die Gründe sind vielschichtig: von allgemeinen Zins- und Energiepreissorgen über rückläufige Auftragseingänge wie bei Pfisterer (DE000PFSE212) bis hin zu Zweifeln an Organisation und Liquidität wie bei The Platform Group (DE000A40ZW88). Dennoch: Seit Jahresanfang liegt der Scale All Share immer noch 8 Prozent im Plus. DAX und SDAX kommen hingegen nur auf knapp 4 beziehungsweise 5 Prozent, der MDAX tritt auf der Stelle.
Kursverdopplung bei Nynomic
Zu den Treibern im Index zählt dieses Jahr Nynomic (DE000A0MSN11), der deutsche Tech-Konzern und Anbieter optischer Messtechnik mit Schwerpunkt Clean Tech, Green Tech und Life Science. Seit Januar hat sich der Kurs von 10 Euro auf aktuell 23 Euro mehr als verdoppelt - auch wenn die Hochs aus 2021 von über 54 Euro weit entfernt bleiben.
Für das Analysehaus Montega ist die Aktie immer noch zu niedrig bewertet. Der Auftritt auf den Hamburger Investorentagen habe eindrucksvoll bestätigt, dass Nynomic nicht nur operativ auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sei. Vielmehr profitiere das Unternehmen voll von strukturellen Trends wie dem Ausbau von KI-Rechenzentren und der weltweiten Halbleiternachfrage. "Die Kombination aus hoher Umsatzvisibilität durch das starke Auftragsbuch und der sichtbaren Margenverbesserung untermauert das Aufwärtspotenzial der Aktie", schreibt Montega und bekräftigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 30 Euro. Auch NuWays rät zum Einstieg und nennt 28 Euro als Kursziel.
Deutsche Rohstoff zu billig?
Deutsche Rohstoff (DE000A0XYG76) gehört schön länger zu den Top-Performern im Scale-Segment. Seit Jahresanfang ist der Kurs von 49 auf 92 Euro gestiegen. Der Ölförderer profitiert vom hohen Ölpreis und liefert gute Zahlen. Im ersten Halbjahr ist das Ebitda auf 205 Millionen Euro gestiegen, im Vorjahr waren es 70,5 Millionen Euro. First Berlin empfiehlt den Kauf und traut der Aktie nun sogar 125 Euro zu (zuvor 115 Euro). Hintergrund: unter anderem höhere Ölpreisprognosen für die kommenden drei Jahre. Auch MWB Research stuft die Aktie auf "Buy". Hier liegt das Kursziel bei 128 Euro.
Pfisterer vorne
Umsatzspitzenreiter im Scale-Segment war im August Pfisterer (64 Millionen Euro), gefolgt von 2G Energy (36 Millionen Euro), Deutsche Rohstoff (25 Millionen Euro), Innoscripta und Steyr Motors (jeweils 15 Millionen Euro). Seit Jahresanfang gerechnet steht weiter 2G vorne, dann kommen Deutsche Rohstoff und Mensch und Maschine.
Rüstungstitel angeschlagen
Die Rüstungswerte schwächeln hingegen. Börsenneuling SMAG Mobile Antenna Masts (DE000A42FR12), Hersteller von Funkmastsystemen, wird mit aktuell 23,60 Euro deutlich unter dem Ausgabepreis von 46 Euro vom Juli gehandelt. Auch der im März an die Börse gekommene Lübecker U-Boot-Bauer Gabler Group (DE000A421RZ9) notiert mit aktuell 42 Euro unter dem Ausgabepreis (44 Euro).
Der österreichische Motorenbauer Steyr Motors (AT0000A3FW25) wurde Anfang des Jahres noch zu 36 Euro gehandelt. Jetzt sind es 28 Euro. Allerdings lag der Ausgabepreis beim Börsengang im Oktober 2024 bei nur 14 Euro. Im Juli hatten Übernahmespekulationen durch den US-Drohnenkonzern Red Cat den Kurs kurzeitig auf 41 Euro steigen lassen. Nach dem Platzen der Übernahme ging es aber wieder nach unten. "Zwar hat Red Cat sein vorläufiges, unverbindliches Angebot zurückgezogen, doch die Annäherung an sich bestätigt den strategischen Wert von Steyr Motors", meint NuWays und rät weiter zum Kauf der Aktie. Als Kursziel werden jetzt 49 statt 53 Euro genannt - immer noch weit über dem aktuellen Kurs.
Viele Neulinge
Die Wechselwelle ins Scale-Segment hält unterdessen an. Hintergrund ist das "Gesetz zur Förderung privater Investitionen und des Finanzstandorts", kurz Standortfördergesetz, das den Segmentwechsel erleichtert. Bereits ins Scale-Segment gewechselt sind die Cenit AG (DE0005407100), ecotel communication (DE0005854343), FCR Immobilien (DE000A1YC913), PEH Wertpapier AG (DE0006201403), H+R KGAA (DE000A2E4T77), Gateway Real Estate (DE000A0JJTG7), FamiCord (DE000A0BL849) und A.S. Création Tapeten (DE000A1TNNN5), sowie - genau heute - die FRIWO AG (
Von Anna-Maria Borse © 15. September 2026, Deutsche Börse AG
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