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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Weitere Dax-Stabilisierung vor US-Jobbericht


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Freitag nach einem holprigen Auftakt weiter stabilisiert. Knapp eine Stunde nach dem Handelsstart legte der deutsche Leitindex um 0,24 Prozent auf 26.067 Punkte zu.

Damit behauptete er sich über der viel beachteten Marke von 26.000 Punkten, die er am Donnerstag zurückerobert hatte. Auf Wochensicht zeichnet sich angesichts der vorangegangenen Korrektur seit dem Rekordhoch vor einer Woche aber immer noch ein Minus von 1,9 Prozent ab. Die Nervosität der Anleger vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag ist hoch. Etwas Rückenwind bekam der Dax von den freundlichen asiatischen Börsen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen berappelte sich am Freitagvormittag um weitere 0,47 Prozent auf 32.408 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es nur ganz leicht hoch.

Als Kursstütze erwiesen sich die Ölpreise, deren Anstieg den Dax in den vergangenen Tagen zurückgeworfen hatte. Sie hätten sich auf einem hohen Niveau stabilisiert, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Anleger hofften weiter, dass die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zeitlich begrenzt bleibe.

Zudem seien die Erwartungen an eine baldige Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed zuletzt deutlich zurückgegangen, so der Experte weiter. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte und einer Beibehaltung des aktuellen Niveaus halten sich aktuell die Waage. "Eine weitere Abschwächung am US-Arbeitsmarkt wäre ein starkes Argument gegen eine Zinserhöhung", betonte Altmann.

Noch etwas mehr Bedeutung für den US-Zinsentscheid am 16. September hätten indes die kommende Woche anstehenden Inflationsdaten, betonte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Denn die zwei Fed-Gouverneure John Williams und Michael Barr hätten "dezidiert darauf verwiesen, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht". Williams hatte bereits am Mittwoch gesagt, er sehe Anzeichen für eine nachlassende Inflation.

Am deutschen Aktienmarkt stach Dax-Spitzenreiter Volkswagen (VW) mit einer weiteren Kurserholung um 6,9 Prozent heraus. Der Aufsichtsrat des krisengeplagten Autobauers billigte am Donnerstagabend nach wochenlangen Auseinandersetzungen überraschend einstimmig weite Teile eines Sanierungskonzepts des Vorstands. Das bis 2030 angestrebte operative Ergebnis liege deutlich über den Analystenschätzungen, lobte ein Händler. Neben den VW-Titeln waren auch die Aktien des Großaktionärs Porsche SE mit plus 3,8 Prozent gefragt.

Adidas und Puma zeigten sich vergleichsweise wenig beeindruckt von einer Umsatz- und Gewinnwarnung von Lululemon : Die Titel der beiden deutschen Sportwarenhersteller sanken um 0,6 beziehungsweise 0,7 Prozent. Für die Aktien des US-Branchenkollegen zeichnet sich hingegen ein Kurseinbruch ab. Dessen enttäuschende Geschäftsentwicklung habe eher unternehmensspezifische Gründe und lasse nur begrenzt Rückschlüsse auf Adidas und Puma zu, kommentierte ein Börsenhändler.

Als Kurstreiber erwiesen sich einmal mehr Analysteneinschätzungen. So ließ eine Hochstufung der Investmentbank Oddo BHF die Titel von Continental um 1,3 Prozent steigen. Continental sei nun keine Umbaustory mehr, sondern ein purer Reifenkonzern mit einer Profitabilität, die zu den besten der Branche zähle, begründete Experte Michael Foundoukidis seine Neubewertung.

Dagegen ging es für Aktien von Daimler Truck um 0,9 Prozent bergab, nachdem die US-Bank Morgan Stanley ihre positive Anlageempfehlung für den Nutzfahrzeughersteller gestrichen hat./gl/jha/