Ölpreise geben frühe Gewinne ab - Opec und IEA senken Nachfrageprognose
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch den jüngsten Anstieg vorerst gestoppt. Nachdem der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober im frühen Handel noch knapp über 90 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen war, gab die Notierung ihre Gewinne im Handelsverlauf wieder ab. Zuletzt kostete Rohöl aus der Nordsee mit 88,37 Dollar etwa ein halbes Prozent weniger als am Vortag.
Mit der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) haben zwei für den Markt wichtige Institutionen ihre Prognosen für die Nachfrage nach Rohöl gesenkt. Die IEA geht in ihrem Monatsbericht für August davon aus, dass die Nachfrage wegen der Folgen des Iran-Kriegs um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel pro Tag sinken dürfte und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht.
Die Opec rechnet zwar weiter mit einem Wachstum der Nachfrage. Das Ölkartell geht im Monatsbericht für August aber davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr nur noch um 580.000 Barrel pro Tag steigen dürfte. Im vorangegangenen Monatsbericht hatte das Kartell noch einen Anstieg der globalen Nachfrage um durchschnittlich 780.000 Barrel pro Tag erwartet.
Am Ölmarkt bleibt die weitere Entwicklung im Nahen Osten das bestimmende Thema. Seit Beginn der Woche ist Rohöl der Sorte Brent um mehr als vier Dollar je Barrel teurer geworden. Nach wie vor ist keine Einigung zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Kriegs in Sicht. Die Öltransporte aus den Fördergebieten des Persischen Golfs durch die Straße von Hormus bleiben somit gestört.
Der jüngste Anstieg der Ölpreise mache deutlich, dass die Märkte mit Blick auf eine Einigung im Iran-Krieg skeptisch seien, heißt es in einem Kommentar von Rohstoffanalysten der Commonwealth Bank of Australia. Gleichzeitig greifen Industriestaaten weiter auf ihre Ölreserven zurück. "Der Abbau der weltweiten Lagerbestände drohe den Preis für Öl der Sorte Brent in Richtung der Marke von 100 Dollar pro Barrel zu treiben", schreiben die Experten./jkr/jsl/he