ROUNDUP: Preise für Kupfer- und Schwefelsäure treiben Aurubis an - Aktie schwach
HAMBURG (dpa-AFX) - Mit Rückenwind durch hohe Preise für Kupfer und Schwefelsäure blickt Aurubis
Bei einem Umsatzwachstum um 40 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro stieg das operative Vorsteuerergebnis im dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um rund 160 Prozent auf 149 Millionen Euro, wie die Kupferhütte am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich hat sich der Überschuss mit 114 Millionen Euro fast verdreifacht.
Neben den hohen Preisen für Kupfer, das im Zuge des KI-Booms, der Elektromobilität und des Ausbaus von Wind- und Solarstroms stark gefragt ist, kamen dem Unternehmen auch hohe Preise für Schwefelsäure entgegen. Dieses Nebenprodukt der Kupferproduktion findet etwa in der Düngemittelproduktion Verwendung. Auch stieg die produzierte Menge an Schwefelsäure, nachdem vor einem Jahr im bulgarischen Werk in Pirdop wegen eines Wartungsstillstands weniger hergestellt wurde. Diese Entwicklungen halfen weiterhin rückläufige Schmelz- und Raffinierlöhne zu kompensieren, die Kupferhütten für die Verarbeitung von Rohstoffen in reines Kupfer erhalten.
Für die ersten neun Monate des Jahres steht nun ein operativer Vorsteuergewinn von 374 Millionen Euro in den Büchern, was etwas mehr ist als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Der Vorstand sieht diesen Gewinn im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr nun am oberen Ende der bestätigten Prognosespanne von 425 bis 525 Millionen Euro. Analysten haben im Durchschnitt bereits 525 Millionen auf dem Zettel.
Für Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank bestätigen die Quartalszahlen "die operative Widerstandsfähigkeit von Aurubis." Trotz der sehr niedrigen Konzentrat-Schmelzlöhne profitiere der Konzern von seinem breiten Multimetallgeschäft, hohen Edelmetall- und Schwefelsäureerlösen sowie einer stabilen operativen Entwicklung. Allerdings bleibe zusätzliche kurzfristige Ergebnisfantasie über das obere Ende der Prognose hinaus angesichts der bereits hohen Markterwartungen begrenzt.
An der Börse geriet der Aktienkurs von Aurubis am Donnerstag deutlich unter Druck, konnte sich aber an der 21-Tage-Linie fangen. Dieser technische Indikator für den kurzfristigen Trend ist noch immer nach oben gerichtet. Zuletzt notierten die Papiere mit rund 183 Euro noch 4,5 Prozent im Minus. Für 2026 ergibt sich damit aber immer noch ein Kursplus von fast 47 Prozent, wenngleich der Kurs zuletzt etwas vom im Juni erreichten Rekordhoch von 225 Euro zurückgekommen und dabei bis Anfang Juli auf gut 163 Euro gefallen war. Seither zog er wieder an./mis/mne/jha/