Devisen: Euro gibt deutlich nach - Lage im Nahen Osten verschärft sich
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro
Die verschärfte Lage im Nahen Osten stützte den Dollar. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran ist nicht in Sicht. Der Iran werde den Austausch von Nachrichten mit den USA aus Protest gegen die Eskalation Israels im Libanon einstellen, berichtet die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine Erklärung. Der Iran und die "Achse des Widerstands" hätten die vollständige Sperrung der Straße von Hormus und der Straße von Bab al Mandab am Horn von Afrika auf ihre Agenda gesetzt. Das iranische Verhandlungsteam werde "Gespräche und den Austausch von Dokumenten über Vermittler" aussetzen, hieß es von Tasnim.
Der US-Dollar wurde in diesem Umfeld als Weltleitwährung gesucht. Die deutlich gestiegenen Ölpreise belasten die Vereinigten Staaten weniger, da sie über große Ölvorkommen verfügen. So hat sich die Stimmung in der US-Industrie im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex stieg stärker als von Volkswirten erwartet und signalisiert weiterhin eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivität. "Damit zeigt sich, dass die US-Konjunktur bislang widerstandsfähig gegenüber geopolitischen Herausforderungen ist", kommentierte Ulrich Wortberg, Volkswirt bei der Helaba. "Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Marktteilnehmer auf Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank setzen".
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86493 (0,86723) britische Pfund, 185,74 (185,45) japanische Yen und 0,9128 (0,9111) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.464 Dollar. Das waren 74 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he