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Aktien Frankfurt: Moderate Verluste - Iran-Krieg weiter ohne Verhandlungserfolg


FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz der weiterhin unsicheren Lage in Nahost hat der Dax am Montag nur moderat nachgegeben. In den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gibt es immer noch keinen Durchbruch, die Waffenruhe wurde zugleich aber von keiner der beiden Seiten aufgekündigt. Die Ölpreise stiegen unterdessen wieder.

Solange eine weitere Eskalation nicht ausgeschlossen werden könne, bleibe der Iran-Krieg im Zentrum der Aufmerksamkeit, auch wenn die Aktienmärkte derzeit für positive Nachrichten wesentlich empfänglicher seien als für negative, schrieb Marcel Mußler, Herausgeber der gleichnamigen Börsen-Briefe.

In den Blick rückt zunehmend auch der China-Besuch von US-Präsident Donald Trump in dieser Woche. Dabei soll es zwar hauptsächlich um die Beilegung des Handelsstreits der zwei weltweit größten Volkswirtschaften gehen, am Markt erhofft man sich aber auch positive Impulse in Sachen Iran-Krieg.

Der Dax sank am Nachmittag um 0,4 Prozent auf 24.247 Punkte. In der Woche zuvor hatte der deutsche Leitindex angesichts von Entspannungssignalen bei rund 25.150 Punkten noch den höchsten Stand seit Kriegsbeginn Ende Februar erreicht. Bis Freitag jedoch waren die Gewinne dann fast komplett wieder abgeschmolzen. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor am Montagnachmittag 0,2 Prozent auf 31.133 Zähler.

Nach wie vor ist eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg nicht in Sicht. Vielmehr scheint sich die Situation wieder mehr zuzuspitzen, denn Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Iran auf den von den USA vorgelegten Friedensvorschlag als "völlig inakzeptabel". So reagierte der US-Präsident daher mit weiteren Drohungen gegen die Islamische Republik, während sich die dortige Führung davon unbeeindruckt zeigte und ihrerseits Forderungen stellte. Aus Sicht von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kann der Krieg erst beendet werden, wenn hoch angereichertes Uran aus dem Iran entfernt worden ist.

Im Dax büßte nach vorgelegten Quartalszahlen die Aktien von Hannover Rück 1,7 Prozent und die von Gea als Schlusslicht 5,0 Prozent ein. Laut JPMorgan schnitt der Anlagenbauer zwar weitgehend wie erwartet ab, bemängelte wurde jedoch der freie Barmittelfluss. Das Papier der Hannover Rück litt indes vor allem unter einer schwachen Entwicklung des Rückversicherungsgeschäfts im Bereich Schaden und Unfall.

Zu den Spitzenwerten im Leitindex zählte dagegen die Eon-Aktie mit plus 1,7 Prozent und die der Commerzbank mit plus 1,2 Prozent. Beide profitierten von Hochstufungen. Die DZ Bank empfiehlt das Papier des Finanzinstituts inzwischen zum Kauf und lobte unter anderem das Gewinnpotenzial. Eon wird von der Privatbank Metzler nun zum Kauf empfohlen, die für Energienetzbetreiber wie Eon Aufholpotenzial sieht.

Ein mit Aufpreis erfolgter Verkauf eines fünfprozentigen Anteils an Delivery Hero an den Investmentfonds Aspex durch Großaktionär Prosus sorgte für einen Kursgewinn von etwas mehr als 11 Prozent. Damit war die Aktie des Essenslieferanten Favorit im MDax. Der Verkaufspreis hatte zehn Prozent über dem Schlusskurs am Freitag gelegen.

Hochtief lösten am Nachmittag TKMS als MDax-Schlusslicht ab. Nach Quartalszahlen und Ausblick nutzten Anleger den starken Lauf der in der vergangenen Woche erstmals über die 500-Euro-Marke gekletterten Aktie für Gewinnmitnahmen. Das Papier des Bauunternehmens büßte 7,3 Prozent ein, hat aber seit Jahresanfang immer noch um mehr als 50 Prozent zugelegt.

TKMS büßten trotz überwiegend erfreulicher Quartalszahlen des Marineschiffbauers 5,5 Prozent ein und schlossen sich damit dem allgemeinen Trend der Rüstungsbranche an diesem Tag an./ck/jha/

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---