Israelischer Rüstungskonzern könnte VW-Werk übernehmen
OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Der israelische Rüstungskonzern Rafael möchte das Osnabrücker Volkswagen
In Osnabrück sollen künftig wohl keine Panzerfäuste hergestellt werden, sondern Komponenten rund um das Flugabwehr-System "Iron Dome", das Rafael in Israel fertigt. Das könnten schwere Lastwagen und Abschussvorrichtungen sein, vermutet der frühere Rüstungsmanager Ernst. DND ließ eine Anfrage unbeantwortet. Volkswagen teilte mit, man prüfe weiterhin tragfähige Perspektiven für den Standort Osnabrück nach dem Auslauf der aktuellen Fertigung im Jahr 2027. Man stehe "im Austausch mit unterschiedlichen Marktakteuren".
Der Panzer- und Munitionsfabrikant Rheinmetall
Israelisches Know-how in Deutschland
Ernst wertet die mögliche Übernahme des VW
DND hat seinen Firmensitz in Burbach (Nordrhein-Westfalen). Die Folgen des Ukraine-Krieges gaben der Firma einen starken Wachstumsschub, die Nachfrage nach Panzerfäusten schnellte nach Beginn des russischen Angriffs in die Höhe. 2024 kam die Firma mit rund 400 Mitarbeitern eigenen Angaben zufolge auf einen Umsatz von 146 Millionen Euro und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Gewinn verdoppelte sich auf 6,5 Millionen Euro. Aktuellere Zahlen sind bislang nicht veröffentlicht.
Inzwischen hat die Firma ihr Produkt-Portfolio erweitert und baut einen Standort in Kiel, wo Militärfunkgeräte gefertigt und die dafür nötige Software entwickelt werden sollen.
VW hatte das Osnabrücker Werk 2009 vom insolventen Auftragsfertiger Karmann übernommen. Volkswagen gehörte lange zu den wichtigsten Kunden des Cabriospezialisten. In der Fabrik arbeiten derzeit rund 2.300 Menschen. Im kommenden Jahr läuft die Produktion des T-Roc-Cabriomodells aus. Einen Folgeauftrag aus dem VW-Konzern gibt es bislang nicht./wdw/eks/DP/jha