22.04. 14:11

OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Aufklärung und ...


Aufklärung und Anreize als Schlüssel einer erfolgreichen Inklusion /
Brossardt: "Große Potenziale von Menschen mit Behinderung noch besser
nutzen"
München (ots) - Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben ist
nicht nur wesentlich für ein selbstbestimmtes Leben, sondern auch betriebs- und
volkswirtschaftlich ein wichtiges Handlungsfeld , das in einer älter werdenden
Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dies betonte die vbw - Vereinigung
der Bayerischen Wirtschaft e. V. anlässlich der Kooperationsveranstaltung
"Potenziale nutzen, Barrieren abbauen. Inklusion in der Arbeitswelt" mit den
Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber in Bayern (EAA Bayern). " Menschen
mit Behinderung haben große Potenziale . An der richtigen Stelle im Unternehmen
eingesetzt, nehmen sie als leistungsfähige Beschäftigte oft besonders motiviert
ihre Aufgaben wahr. Die Unternehmen übernehmen mit der Inklusion eine wichtige
gesellschaftliche Aufgabe und gewinnen gleichzeitig wertvolle Arbeits- und
Fachkräfte ", erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzte:
"Die Wirtschaft engagiert sich bereits in erheblichem Maße für die Inklusion:
Mit diversen Projekten unterstützen wir Unternehmen bei der Prävention
körperlicher Beeinträchtigungen sowie der Reintegration und Inklusion von
Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt."

Laut vbw ist die Inklusion in der Arbeitswelt komplex und nur gemeinschaftlich
möglich. "Behinderung und damit auch die Beeinträchtigungen im Arbeitsleben sind
sehr individuell . Daher ist Inklusion durch eine Vielzahl von Akteuren geprägt.
Sie leisten alle einen wichtigen Beitrag. Damit Inklusion - gerade auch in der
Arbeitswelt - gelingt, ist ein Richtungswechsel notwendig - weg von Regulierung
und Zwang, hin zu Informationen und Anreizen . Arbeitgeber brauchen umfassende
Informationen über die Chancen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.
Mit den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber gibt es eine Anlaufstelle,
über die Unternehmen bei Bedarf kostenfreie und individuelle Beratung zum Thema
Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erhalten. Zudem
stehen Arbeitgebern zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Das sind
Schlüsselelemente für eine gelingende Inklusion. Kontraproduktiv ist hingegen
eine stetige Verschärfung der Schutzvorschriften: Sonderregelungen für
schwerbehinderte Arbeitnehmer bewirken oft das Gegenteil von Inklusion, vielmehr
werden so zusätzliche Einstellungshemmnisse erzeugt", so Brossardt.

Johannes Magin, Vorstandsvorsitzender LAG IFD Bayern e.V., Koordinierungsstelle
EAA Bayern, erklärte: "Um Inklusion in der Arbeitswelt weiter voran bringen zu
können, braucht es den Schulterschluss aller Akteure. Arbeitgeber spielen
hierbei natürlich eine zentrale Rolle. Um die Arbeitgeber bestmöglich dabei zu
unterstützen, die Potenziale von Menschen mit Behinderung für ihren Betrieb zu
nutzen, gibt es die Angebote der EAA, der Einheitlichen Ansprechstellen für
Arbeitgeber. Die EAA lotsen Arbeitgeber durch die zahlreichen Leistungsoptionen
und unterstützen in allen Phasen eines Beschäftigungsverhältnisses von Menschen
mit Behinderung."

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, führte aus:
"Inklusion und Integration sind ein Testfall für die Soziale Marktwirtschaft.
Soziale Marktwirtschaft bedeutet nicht, in der Wirtschaft Geld zu verdienen, und
was übrig bleibt, sozial zu verteilen. Sondern: Es bleibt das Soziale und das
Wirtschaftliche gleichermaßen. Den Wettbewerb des Kapitalismus kann eine
Gesellschaft nur aushalten, wenn sie gleichzeitig die Garantie an alle gibt,
dass niemand ins Nichts fällt. Die katholische Soziallehre betont, dass Arbeit
und Teilhabe zentral sind für die Menschenwürde und den Zusammenhalt in der
Gesellschaft."

Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf betonte : "Inklusion am Arbeitsmarkt ist
nicht nur eine soziale Aufgabe, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Menschen mit Behinderung werden oft übersehen. Dabei sind ihre Talente für alle
ein Gewinn. Wer inklusiv denkt, erreicht damit auch Ältere - vor allem, wenn es
um Barrierefreiheit geht. Wir unterstützen Betriebe in Bayern, die Menschen mit
Behinderung einstellen oder ausbilden wollen. Die Einheitlichen Ansprechstellen
für Arbeitgeber haben seit 2022 schon mehr als 8100 Mal beraten."

Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, sagte :
"Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein Gradmesser für gesellschaftliche
Gerechtigkeit, für Demokratie und für unsere Freiheit. Sie ist kein soziales
Extra, sondern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: Viele Menschen mit
Behinderung sind gut qualifiziert und können einen wichtigen Beitrag zur Lösung
des Arbeits- und Fachkräftemangels leisten. Mehr als die Hälfte verfügt über
eine abgeschlossene Ausbildung oder einen höheren Abschluss - deutlich mehr als
bei nicht schwerbehinderten Arbeitslosen. Gerade vor dem Hintergrund des
demografischen Wandels werden wir ihre Expertise und aktive Beteiligung am
Arbeitsmarkt mehr denn je brauchen."

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Christoph Schreiber, +49 (0) 89-551 78-361,
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