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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Verluste - Kriegsdiplomatie reicht nicht


FRANKFURT (dpa-AFX) - Von der zaghaften Entspannung zur Wochenmitte ist am Donnerstag am europäischen Aktienmarkt kaum noch etwas zu spüren. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwochmorgen noch unter 100 Dollar gerutscht war, liegt wieder deutlich über dieser Marke. Während des Iran-Kriegs ist er der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

"Ohne greifbare Ergebnisse schenken die Börsianer der Diplomatie keinen Glauben", kommentierte Stephan Innes von SPI Asset Management. Die Energiekosten seien nicht mehr bloß eine Gefahr, sie kämen in der Wirtschaft inzwischen immer stärker belastend an.

Entsprechend ging es auch für den Dax wieder abwärts. Der deutsche Leitindex fiel um 1,3 Prozent auf 22.658 Punkte. Damit bleibt er in der Spanne vom Montag, als er im Tagesverlauf bei widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte geschwankt war. Zunächst hatte er mit 21.863 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft auf 23.178 Punkte erholte.

Aktuell pendelt der Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie. Die US-Regierung hat dem Iran mit noch härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben.

"Wenn sie nicht begreifen, dass sie militärisch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird Präsident Trump dafür sorgen, dass sie härter getroffen werden als je zuvor", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin "produktive" Gespräche auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen.

Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten kam am Donnerstag um 1,9 Prozent zurück auf 28.269 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx büßte 1,2 Prozent ein.

Angesichts der Konjunktursorgen gerieten vor allem die zuletzt stark erholten Rohstoffwerte wieder unter Druck. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources war mit fast 19 Prozent Minus in den vier Wochen Iran-Krieg zuvor besonders stark unter die Räder gekommen, nachdem er kurz zuvor noch einen Rekord erreicht hatte. Hinzu kam, dass Worthington Steel in den USA nach Börsenschluss mit Geschäftszahlen enttäuschte. Am deutschen Markt fielen nun Aurubis , Salzgitter und Thyssenkrupp mit Schwäche auf.

Größter Verlierer im Dax waren die zuletzt deutlich erholten Siemens Energy mit 3,5 Prozent Abschlag. Schwächster MDax-Wert waren Deutz nach Geschäftszahlen mit minus 9 Prozent. Börsianer schmeckte das Profitabilitätsziel des Motorenbauers für 2026 nicht. Ähnlich erging es Kontron mit einem Abschlag von 12,5 Prozent . Der Spezialist für Produkte rund um das sogenannte Internet-der-Dinge (IoT) enttäuschte die Anleger mit seinem Gewinnziel für 2026.

Gewinner waren rar gesät. Besonders deutlich ging es für Eckert & Ziegler mit 6,5 Prozent empor. Der Experte für Strahlentherapie versprach auch für 2026 moderates Wachstum./ag/zb