24.03. 10:23

OTS: Genossenschaftsverband Bayern e.V. / Bayerische Volks- und ...


Bayerische Volks- und Raiffeisenbanken steigern Gewinn und wachsen
weiter / Institute weiterhin hochprofitabel - Neuer Rekord bei
operativem Ergebnis
München (ots) - Geopolitische Spannungen, Zollkonflikte und eine schwache
Konjunktur prägen das wirtschaftliche Umfeld. Dennoch haben sich die bayerischen
Volks- und Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich behauptet. Das
operative Ergebnis legte auf 2,2 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent) und damit
ein neues Allzeithoch zu. Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von knapp über 1,8
Milliarden Euro lag leicht über dem Vorjahresniveau von knapp unter 1,8
Milliarden Euro.

"Die genossenschaftlichen Institute sind und bleiben verlässliche Partner für
Unternehmen und Privatpersonen - gerade in herausfordernden Zeiten", sagte
Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), anlässlich
der Bilanzpressekonferenz der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken am
Dienstag in München.

Bilanzsumme wächst - Banken werden größer

Die Bilanzsumme der 175 bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken stieg 2025 um
2,9 Prozent beziehungsweise rund sechs Milliarden Euro auf 216,4 Milliarden
Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Institut erhöhte sich auf mehr als
1,2 Milliarden Euro. Die Institute verfügen weiterhin über eine solide
Eigenkapitalausstattung. Das Kernkapital ist in absoluten Werten von 20,9 auf
22,2 Milliarden Euro gewachsen. Die Kernkapitalquote ging aufgrund
regulatorischer Effekte geringfügig von 17,2 Prozent auf 17,1 Prozent zurück.

Kreditgeschäft legt zu - Fokus auf langfristige Finanzierungen

Die Kreditvergabe wuchs insgesamt um 3,8 Prozent auf 147,7 Milliarden Euro.
Dabei zeigt sich eine klare Verschiebung bei den Laufzeiten: Kurz- und
mittelfristige Ausleihungen gingen um 4,9 Prozent zurück, während langfristige
Kredite um 5,1 Prozent zulegten. Kundinnen und Kunden sichern sich damit
zunehmend langfristige Finanzierungskonditionen.

Firmenkundengeschäft mit moderatem Wachstum

Das Kreditvolumen bei Firmenkunden stieg um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,1
Milliarden Euro und damit langsamer als im Vorjahr. Nach Einschätzung von
GVB-Vorstandsmitglied Alexander Leißl spiegelt dies die konjunkturelle Schwäche
sowie die Zurückhaltung vieler Unternehmen wider.

"Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein", betonte Leißl. "Solide
aufgestellte mittelständische Unternehmen erhalten weiterhin Kredite.
Gleichzeitig gewinnt die Risikobewertung angesichts veränderter wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen an Bedeutung." Die Banken hätten ihre Bewertungsmaßstäbe nicht
verschärft; veränderte wirtschaftliche Fundamentaldaten einzelner Unternehmen
wirkten sich jedoch auf die Kreditbeurteilung aus.

Privatkunden treiben Kreditwachstum

Deutlich dynamischer entwickelte sich das Privatkundengeschäft. Hier legten die
Kredite um 4,7 Prozent beziehungsweise 2,9 Milliarden Euro zu. Haupttreiber
waren Wohnungsbaukredite.

Das Neugeschäft im Wohnungsbau belief sich 2025 auf rund 17,3 Milliarden Euro
und lag damit etwa 30 Prozent über dem Vorjahreswert von 13,3 Milliarden Euro.
Damit nähert sich das Volumen wieder den Spitzenjahren 2020 bis 2022 an. "Nach
wie vor stehen Investitionen in Bestandsimmobilien im Zentrum. Um den weiterhin
hohen Bedarf an Wohnraum zu decken, braucht es jedoch deutlich mehr
Neubauaktivität", mahnte Leißl.

Kundengelder wachsen stabil

Die bilanziellen Kundengelder erhöhten sich 2025 um 3,4 Prozent beziehungsweise
5,5 Milliarden Euro auf 166,7 Milliarden Euro. Damit lag die Wachstumsrate auf
dem Niveau des Vorjahres. Nach einem Rückgang im ersten Quartal entwickelte sich
das Einlagengeschäft im Jahresverlauf positiv. Besonders stark fiel traditionell
das vierte Quartal aus, das mit einem Plus von 2,6 Prozent maßgeblich zum
Jahresergebnis beitrug.

Sichteinlagen stellen weiterhin mit rund 62 Prozent den größten Anteil an den
Kundengeldern. Umschichtungen in Termineinlagen spielten - anders als in den
Vorjahren - kaum noch eine Rolle.

Mehr Wertpapierkunden und steigende Erträge

Der Trend zur Geldanlage an den Kapitalmärkten hält an. Die bayerischen Volks-
und Raiffeisenbanken eröffneten im vergangenen Jahr per Saldo 32.000 neue
Wertpapierdepots. Auch durch diese gute Nachfrage legte das Provisionsergebnis
von 1,4 Milliarden Euro auf 1,44 Milliarden Euro zu. Ebenso stieg der
Zinsüberschuss von 3,5 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro - auch aufgrund
von Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit liegen sowohl der
Zinsüberschuss als auch das Provisionsergebnis auf einem neuen Allzeithoch. Die
CIR ist von 60,4 Prozent auf den historisch niedrigen Stand von 59,8 Prozent
gesunken. Diese Entwicklung zeigt: Die Banken sind effizient und profitabel.

An der Goldrallye der vergangenen Wochen nahmen auch die Kunden der bayerischen
VR-Banken teil: So stiegen die Provisionserträge aus dem Geschäft mit Devisen,
Sorten und Edelmetallen um fast 60 Prozent.

Politik muss Wachstum ermöglichen

Trotz leicht verbesserter Konjunkturerwartungen mahnt GVB-Präsident Müller zur
Zurückhaltung. "Das zarte Pflänzchen der Erholung muss gepflegt werden. Ohne
Reformen, spürbaren Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen, wettbewerbsfähige
Energiekosten und mehr unternehmerische Freiheit wird nachhaltiges Wachstum
nicht gelingen." Kritisch sieht Müller, dass die Konjunktur derzeit in
erheblichem Maße von staatlichen Investitionen getragen wird.

Entlastungen fordert Müller auch für die Kreditwirtschaft: "Ich begrüße es sehr,
dass inzwischen über ein eigenständiges Kleinbankenregime diskutiert wird. Der
bisherige "One-size-fits-all-Ansatz" stößt an seine Grenzen. Regulierung muss
sich konsequent an tatsächlichen Risiken und an Proportionalität orientieren."

Altersvorsorge, Zahlungsverkehr und digitaler Euro

Nachholbedarf sieht Müller zudem bei der Altersvorsorge. "Anlegerinnen und
Anleger in Deutschland profitieren bislang zu wenig von den Chancen der
Kapitalmärkte - insbesondere mit Blick auf die Altersvorsorge. Deshalb fordert
der GVB Nachbesserungen bei den aktuellen Konzepten der Bundesregierung. "Das
Altersvorsorgedepot kann ein wirksames Instrument sein, um die Altersvorsorge
zukunftsfähig zu machen - aber nur, wenn es richtig ausgestaltet ist. Im
aktuellen Entwurf bremsen zu niedrige Förderbeträge und die geplante Besteuerung
in der Auszahlungsphase den neuen Ansatz in der Altersvorsorge aus", betont
Müller.

Einen derzeit diskutierten Kostendeckel lehnt der GVB ebenfalls ab. "Der
diskutierte Preisdeckel bei der privaten Altersvorsorge ersetzt Wettbewerb durch
staatliche Vorgaben. Dadurch wird das Produkt komplex und unattraktiv", erklärt
Müller.

Große Chancen erkennt Müller im europäischen Bezahldienst Wero, der derzeit in
zahlreichen Ländern ausgerollt wird. Ziel sei es, die Abhängigkeit von
außereuropäischen Anbietern zu verringern. Inzwischen nutzen fast 50 Millionen
Menschen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und den Beneluxstaaten
Wero.

Kritisch äußerte sich der GVB-Präsident zum digitalen Euro: "Notenbanken dürfen
keine konkurrierenden Zahlungssysteme zu privatwirtschaftlichen Lösungen
aufbauen. Ein digitaler Euro darf nicht mehr sein als ein digitales Abbild des
Bargeldes und keinesfalls die Finanzstabilität gefährden."

Die Unterlagen zur Bilanzpressekonferenz finden Sie hier (https://www.gv-bayern.
de/pressemitteilungen/2026/3/bayerische-volks-und-raiffeisenbanken-steigern-gewi
nn-und-wachsen-weiter.html) .

Pressekontakt:

Dr. Gerald Schneider
Pressesprecher
Telefon: +49 89 / 2868 - 3401
E-Mail: mailto:presse@gv-bayern.de

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