Lufthansa erwartet bei Tap-Einstieg hohe Synergien - Lateinamerika im Blick
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa
Am Mittwoch hatte die Lufthansa von der Regierung in Portugal den Zuschlag für einen Minderheitsanteil an Tap erhalten. Damit setzte sich der deutsche Luftverkehrskonzern gegen seine französisch-niederländische Konkurrentin Air France-KLM
Die Lufthansa soll bei Tap für gut eine Milliarde Euro zunächst knapp 45 Prozent der Anteile erhalten. Bis zu 5 Prozent sind zunächst für die Tap-Beschäftigten reserviert, könnten aber auch noch an die Lufthansa gehen. Dadurch würde der Kaufpreis auf 1,2 Milliarden Euro steigen. Die Mehrheit behält mit gut 50 Prozent zunächst der portugiesische Staat. Allerdings begrüßte die Lufthansa die Ankündigung der Regierung, den Prozess zur vollständigen Privatisierung von Tap einzuleiten.
Für die Lufthansa ist Tap besonders wegen ihrer Verbindungen nach Lateinamerika wertvoll. Zusammen mit Tap werde die Lufthansa zwischen Europa und Lateinamerika auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent kommen, sagte Spohr. Damit schließe sie zu der British-Airways-Mutter IAG
Zuletzt hatte die Lufthansa eine Minderheit von 41 Prozent an der italienischen Ita übernommen und bereits Optionen gezogen, um ihre Beteiligung im kommenden Jahr auf 90 Prozent aufzustocken. Zum Lufthansa-Konzern gehören zudem die früheren Staatsairlines der Schweiz, Österreichs und Belgiens, Swiss, Austrian und Brussels. Auch die Direktfluggesellschaft Eurowings sowie die Ferienflieger Discover und Edelweiss sind Töchter der Lufthansa.
Tap hatte zuletzt vier Jahre in Folge Gewinne eingeflogen. Spohr zeigte sich entsprechend erfreut, eine profitable Airline zu erwerben, was in der Geschichte der Lufthansa-Zukäufe eine Ausnahme ist.
Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte Tap allerdings einen Nettoverlust von 99,2 Millionen Euro. Belastend wirkten sich unter anderem die gestiegenen Treibstoffkosten aus. Die Betriebserlöse stiegen um 4,3 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Mit 8,2 Millionen Passagieren beförderte die Airline 4,2 Prozent mehr Menschen als ein Jahr zuvor./stw/ceb/er/jha/