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18.08. 08:25

Aktien Frankfurt Ausblick: Dax schwächelt - Ölpreis und Rentenmärkte belasten


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax tut sich nach seinem Rekordhoch von 26.573 Punkten aus der Vorwoche weiter schwer. Der Broker IG signalisierte für den deutschen Leitindex am Dienstag rund eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,4 Prozent auf 26.239 Punkte. Seit dem vergangenen Mittwoch gab es keine neuen Höchststände, es kam aber auch nicht zu nennenswerten Gewinnmitnahmen.

Aktuell sprechen maue Vorgaben aus den USA und Asien für einen schwächeren Start. Vor allem der japanische Nikkei 225 gab nach seiner jüngsten Erholung wieder deutlicher nach. Hier warten die Anleger seit Juni auf frische Rekorde.

Die Marktexperten Thomas Altmann von QC Partners sowie Stephen Innes verweisen auf steigende Ölpreise und Anleiherenditen als Belastung für den Aktienmarkt, während sich die erhoffte Lösung im Nahost-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.

"Die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen sind gestern auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert", und auch in Frankreich oder den USA sehe es ähnlich aus, sagte Portfoliomanager Altmann. Obendrein verteuerten steigende Zinsen die Refinanzierung der Staaten, aber auch der Unternehmen. Wieder steigende Ölpreise brächten die Aktienmärkte zusätzlich unter Druck, da sie Inflationssorgen befeuerten.

Der Preis für die Öl-Sorte Brent stieg erneut deutlich über 90 US-Dollar je Barrel. Die Aussicht auf eine baldige Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran trübte sich weiter ein, nachdem ein nächster Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet worden war.

Unternehmensseitig ist es weiterhin ruhig, nachdem die Berichtssaison so gut wie beendet ist. Aus dem MDax gab der Modekonzern Hugo Boss bekannt, dass die Frasers Group ihren Anteil auf knapp unter 48 Prozent erhöhen konnte. Im Juni hatte der britische Sportartikelhersteller und Modeeinzelhändler den Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet, dessen offizielle Frist am 13. August ausgelaufen ist. Auf Tradegate reagierte das Boss-Papier im Vergleich zum Xetra-Schluss nicht.

Das SDax -Unternehmen Einhell gab detaillierte Halbjahreszahlen bekannt und bestätigte seinen Umsatzausblick auf das Gesamtjahr. Auf Tradegate zeigte sich das Papier des bayerischen Werkzeugherstellers schwach.

Bewegen dürften insbesondere Umstufungen von Einzelwerten durch Analysten. So hat Analyst David Dymonds von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas das Kursziel für Lanxess von 15 auf 12 Euro gesenkt und in der Folge die Aktie von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft. Auf Tradegate gab das Papier des Spezialchemieunternehmens um 2,7 Prozent nach.

Dagegen wurde die Privatbank Berenberg positiver für Sixt und die britische Bank Barclays positiver für Schott Pharma , was beiden Aktien vorbörslich auf Tradegate Auftrieb gab. Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hob das Kursziel für die Aktie des Autovermieters von 83 auf 91 Euro an und ihre Bewertung von "Hold" auf "Buy". Angesichts der schwachen Konsumstimmung spräche zwar das Bauchgefühl gegen die Kaufempfehlung, die Aussichten aber für die Münchner, schrieb sie und erwartet unter anderem ein starkes Sommer-Reisegeschäft in Europa.

Barclays-Analyst Jonathon Unwin hob unterdessen das Kursziel für den Pharma-Verpackungsspezialisten Schott Pharma von 16 auf 27 Euro an und seine Einschätzung von "Equal Weight" auf "Overweight". Nach drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen erwartet er nun eine Trendwende. Als Impulsgeber sieht er neu verhandelte Verträge und ist optimistisch für das Wachstum im Bereich "Ready-to-use"-Primärverpackungen sowie Spezialfläschchen für instabile Medikamente./ck/mis