ROUNDUP: Teamviewer bekommt Kundenabgänge zu spüren - Unerwartet hohe Marge
GÖPPINGEN (dpa-AFX) - Den Fernwartungssoftware-Anbieter Teamviewer
Der zu erwartende jährlich wiederkehrende Umsatz (annual recurring revenue - ARR) bei großen Kunden mit hohem Vertragsvolumen sei trotz der erwarteten Einmaleffekte bei 1E gewachsen, so der Konzernchef. Insgesamt gingen die aus aktiven Abo-Verträgen auf Sicht von einem Jahr zu erwartenden Erlöse allerdings um 2,9 Prozent auf 737,3 Millionen Euro zurück, weil es bei den kleinen Kunden einen Rücksetzer gab. Währungsbereinigt wäre es den Angaben zufolge immerhin ein Plus von 0,2 Prozent gewesen.
Am besten liefen die Geschäfte im Heimatkontinent Europa. In der Region Amerika hingegen verschlechterte der gegenüber dem Dollar starke Euro das ohnehin schon schwache Abschneiden bei den Erlösen noch einmal. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn um 15 Prozent auf 34,2 Millionen Euro. Teamviewer trat vor allem bei Marketing- und Verwaltungskosten auf die Bremse.
Branchenexperte Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC bezeichneten die Resultate in einer ersten Einschätzung derweil als "gut genug". Der Kundentrend sei bekannt gewesen und dürfte auch noch das laufende zweite Jahresviertel beeinflussen. Mit Blick auf den überraschend hohen operativen Gewinn verwies der Analyst auch auf das Timing von Marketingkosten, bevor es hier im zweiten Quartal deutlich mehr Werbeaktivitäten geben dürfte.
Den Jahresausblick für 2026 bestätigte das Teamviewer-Management. "Der Umsatz liegt voll im Einklang mit unserer Prognose", sagte Steil laut Mitteilung. "Unsere Profitabilität bleibt erstklassig." Er rechnet weiter damit, dass der Umsatz 2026 währungsbereinigt stagnieren oder um bis zu 3 Prozent wachsen wird. Die bereinigte operative Marge soll bei rund 43 Prozent herauskommen.
Anleger an der Börse hielten sich dennoch zurück. Der seit Jahren arg gebeutelte Aktienkurs fiel am Mittwochvormittag in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld zuletzt um fast zwei Prozent auf 5,025 Euro. 2026 liegt das Papier trotz des jüngsten Bodenbildungsversuches bereits wieder fast 17 Prozent im Minus, nachdem es 2025 um knapp 40 Prozent abgesackt war. Langfristig sieht es noch trüber aus: Nach einem kurzen Corona-Boom mit einem Kursanstieg bis auf fast 55 Euro Mitte 2020 geht es beständig bergab. Das Unternehmen konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen, hinzu kamen teure Sponsoring-Engagements./men/mis/stk