24.03. 17:22

Deutsche Börse-News: "Weiter viel Handel rund um ?-l und Gas" (ETFs)


FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Statt um Zinsen, BIP und Unternehmensnachrichten geht es an den Märkten im Moment nur um ?-l- und Gaspreis. Klassische Aktienindizes werden mal gekauft, mal verkauft, mit Tendenz hin zu World- und US-Aktien und weg von europäischen Titeln.

24. März 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Iran-Krieg hat auch den ETF-Markt weiter fest im Griff. "Das Sentiment hat sich deutlich verschlechtert, dennoch sehen wir nicht nur Verkäufe", berichtet Frank Mohr von der Société Générale. Holger Heinrich von der Baader Bank meldet mehr Käufe als Verkäufe bei etwas höheren Umsätzen. Janis Völker von Lang & Schwarz sieht viele Abgaben. "So mancher nutzt die niedrigen Kurse aber auch für einen Einstieg à la Winterschlussverkauf", ergänzt er.

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Besonders umsatzstark im Moment: Aktien aus der Energiebranche und ?-l- und Gaspreis-Tracker. Beispiele sind ETFs wie der iShares MSCI World Energy Sector (IE00BJ5JP105) und der iShares Oil & Gas Exploration & Production (IE00B6R51Z18), wie Mohr erklärt. Die trading-affine Kundschaft von Lang & Schwarz kauft und verkauft weiter rege ?-l- und Gaspreis-Tracker mit Hebel, speziell die dreifach gehebelten WTI-, Brent- und Natural Gas-ETCs von WisdomTree. Am gestrigen Montag war der Brent-Preis kurzzeitig über 113 US-Dollar je Barrel geklettert, am Dienstagmorgen sind es knapp 100 US-Dollar. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es um 70 US-Dollar.

MSCI World und S&P 500: Immer noch mehr Käufe

Bei großen Aktienindizes ist das Bild gemischt. Mohr meldet einen kleinen Kaufüberhang für MSCI World- und S&P 500-ETFs. Auch der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (IE00BK5BR626) stehe auf den Einkaufslisten. Bei der Baader Bank gibt es ebenfalls Zu- und Abflüsse mit etwas mehr Käufen. Gesucht ist in der globalen Kategorie der Amundi MSCI World SRI Climate Paris Aligned (IE000K1P4V37), abgestoßen werden der währungsgesicherte iShares MSCI World (IE00B441G979) und der Xtrackers MSCI World Minimum Volatility (IE00BL25JN58).

"Im Bereich der US-Aktien fallen auf der Käuferseite vor allem inverse Produkte auf", erklärt Heinrich außerdem. Beispiele: der WisdomTree S&P 500 3x Daily Short-ETN (IE00B8K7KM88) und der Xtrackers S&P 500 2x Inverse Daily Swap-ETF (LU0411078636).

Europa: Viele Abgaben

Im Handel mit europäischen Aktien beliebt sind Heinrich zufolge der iShares Euro Stoxx Small (IE00B02KXM00) und der iShares MSCI Europe Screened (IE00BFNM3F38). Auf der Verkaufsseite steht ein aktiver ETF von JPMorgan, der JPM Europe Research Enhanced Index Equity Active (IE00BF4G7183). Mohr sieht europäische Aktien eher auf den Abgabelisten. Bei Emerging Markets-Trackern dominierten zwar die Zuflüsse, allerdings nicht im großen Stil.

Von der hohen Volatilität profitieren will die Lang & Schwarz-Kundschaft zudem mit Produkten wie dem WisdomTree S&P 500 VIX Short-Term Futures 2.25x Daily Leveraged ETN (XS2819843736). Der bildet die 2,25-fach gehebelte Wertentwicklung des S&P 500 VIX Short-Term-Futures ab, der die kurzfristig erwartete Volatilität des S&P 500 zeigt.

Tech-Aktien mit Zu- und Abflüssen

Abgesehen von Energieaktien stechen im Handel mit Branchen-ETFs weiter Tech-Werte heraus. Mohr sieht einen ausgeglichenen Handel mit Käufen etwa für den Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data (IE00BGV5VN51) und Verkäufen für den iShares Automation & Robotics (IE00BYZK4552). Tendenziell abgegeben würden Banken-ETFs (DE000A0F5UJ7).

Rege gehandelt werden auch Silberminen-ETFs, laut Mohr etwa der Global X Silver Miners (IE000UL6CLP7). Auch bei Lang & Schwarz geht viel um in Gold- und Silberprodukten. "Industriemetalle sind jetzt wieder weniger gefragt", erklärt Völker. Auch die Preise der Edelmetalle zeigen sich extrem volatil: Die Feinunze Gold (XC0009655157) kostete am gestrigen Montag zwischenzeitlich weniger als 4.200 US-Dollar, am Dienstagmorgen sind es 4.411 US-Dollar - immer noch deutlich weniger als im Allzeithoch im Januar bei 5.570 US-Dollar. Der Silberpreis (XC0009653103) hat sich mit aktuell 69 US-Dollar gegenüber dem Rekordhoch von fast 122 US-Dollar sogar fast halbiert.

Neutrale Zone Geldmarkt

Angesichts der Turbulenzen ist Geldparken angesagt. Wie Mohr berichtet, wird aktuell sehr viel auf Geldmarkt-ETFs gesetzt, konkret den Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap (LU0290358497) und den Amundi EUR Overnight Return (FR0010510800).

Von Anna-Maria Borse, 24. März 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)