AAREAL BANK AGEI
18.08. 21:59 32,800€ -0,30%
25.05. 12:13

ROUNDUP 2: Investoren vor √úbernahme der Aareal Bank - Aktie gibt nach


(neu: Kursreaktion, Analystenstimmen)

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge k√∂nnen die Aareal Bank wie geplant √ľbernehmen. Die Mindestannahmeschwelle von 60 Prozent, an die das Gebot f√ľr den Wiesbadener Immobilienfinanzierer gekn√ľpft war, sei √ľberschritten worden, teilten die Investmentgesellschaften am Mittwoch mit. Das genaue Ergebnis soll voraussichtlich an diesem Montag (30. Mai) bekannt gegeben werden. Der Vollzug wird vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen f√ľr das vierte Quartal oder f√ľr das erste Quartal 2023 erwartet.

Die urspr√ľngliche Annahmefrist war in der Nacht zum Mittwoch um Mitternacht ausgelaufen. Die Bieter k√ľndigten nun eine zweiw√∂chige Verl√§ngerung an - diese beginnt voraussichtlich am 31. Mai und endet am 13. Juni um Mitternacht. Aareal-Bank-Aktion√§re, die ihre Anteile noch nicht angedient haben, k√∂nnen dies dann noch tun. Advent und Centerbridge bieten 33 Euro je Aareal-Aktie, worin die Dividende von 1,60 Euro enthalten ist. Die Offerte bewertet die Bank mit fast zwei Milliarden Euro.

Die Aareal-Bank-Aktie konnte sich dem Abwärtstrend an der Börse am Mittwoch nicht ganz entziehen. Mit einem Kursverlust von rund einem halben Prozent auf 32,02 Euro wurde sie um die Mittagszeit unterhalb des gebotenen Übernahmepreises gehandelt.

Analysten zeigten sich vom Erfolg der Offerte in ihren Erwartungen best√§tigt. Die noch ausstehenden wettbewerbs- und bankaufsichtsrechtlichen Freigaben sollten "keine un√ľberwindbare H√ľrde darstellen", erkl√§rte Branchenexperte Timo Dums von der DZ Bank. Er schreibt der Aareal-Bank-Aktie weiter einen fairen Wert von 33 Euro zu.

Seine Kollegen vom Analysehaus Pareto Securities senkten ihr Kursziel unterdessen von 35 auf 33 Euro. Wer seine Aktien noch nicht angedient habe, könne nun auf einen höheren Preis bei einer späteren Zwangsabfindung hoffen, schrieben sie am Morgen. Falls diese ausbleibe, könnten sie auf einen höheren Kurs in zwei bis drei Jahren setzen.

Um die Aareal Bank hatte es ein langes Gezerre gegeben. Anfang Februar war ein erster √úbernahmeversuch von Advent und Centerbridge, die der Vorstand und Aufsichtsrat des Geldhauses ausdr√ľcklich bef√ľrwortet hatten, am Widerstand von Gro√üaktion√§ren gescheitert. In einem zweiten Anlauf hatten die Finanzinvestoren dann mit dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB im April ein neues, h√∂heres Angebot vorgelegt.

Dabei sicherten sie sich die Unterst√ľtzung der widerspenstigen Gro√üaktion√§re. Unter anderem haben nach Angaben der Bieter die Anteilseigner Petrus Advisers, Talomon, Teleios und Vesa unwiderrufliche Zusagen gegeben. Sie halten rund 37 Prozent der Anteile.

Das Management der Bank zeigte sich nun erfreut. "Die erforderliche Mehrheit unserer Aktion√§re hat sich zugunsten einer √úbernahme der Aareal Bank durch die Atlantic BidCo entschieden", sagte Jochen Kl√∂sges, Vorstandschef der Aareal Bank. "F√ľr uns bedeutet das im Ergebnis, dass wir unsere Strategie in allen drei Gesch√§ftsfeldern mit Unterst√ľtzung der neuen Investoren verst√§rkt umsetzen k√∂nnen."

Die Aareal Bank bietet ihren Kunden Immobilienfinanzierungen etwa f√ľr Hotels, B√ľros oder Shoppingcenter sowie Software, digitale L√∂sungen und Zahlungsdienste an. Die Finanzinvestoren hatten sich verpflichtet, den Kurs zu unterst√ľtzen und das Wachstum anzukurbeln.

Der Aareal-Bank-Vorstand hat sich deutliche Gewinnsteigerungen vorgenommen. So soll das Betriebsergebnis im laufenden Jahr auf 210 bis 250 Millionen Euro wachsen - das w√§re fast die Gr√∂√üenordnung wie vor der Pandemie. F√ľr 2024 peilt das Management bis zu 350 Millionen an. Dazu soll auch die IT-Tochter Aareon einen bedeutenden Teil beisteuern, insbesondere durch weitere Zuk√§ufe./tav/als/stw/jha/