ASTRAZENECA PLC DL-,25EI
18.08. 21:59 132,075€ +0,86%
FRESEN.MED.CARE KGAA O.N.EI
18.08. 21:59 36,180€ -0,14%
LS - DAXLS
18.08. 23:00 13.705,00 +0,63%
31.03. 10:12

ROUNDUP: Fresenius stärkt Geschäft mit Nachahmermitteln und Medizintechnik


BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius treibt die Stärkung seiner Flüssigmedizintochter Kabi voran. Mit gleich zwei millionenschweren Zukäufen baut der Dax -Konzern das Portfolio des auf Infusionen und Nachahmerpräparaten spezialisierten Anbieters aus. In den kommenden Jahren sollen beide Zukäufe wesentliche Beiträge liefern, um das Wachstum des Konzerns zu beschleunigen, teilte Fresenius am Donnerstag in Bad Homburg mit. An der Börse kamen die Nachrichten am Morgen gut an, die Aktie legte zu.

So will Kabi für 495 Millionen Euro eine Beteiligung von 55 Prozent an mAbxience kaufen, ein Anbieter biotechnologisch hergestellter Nachahmerarzneien (Biosimilars). Hinzu kommen Meilenstein-Zahlungen, die an bestimmte Ziele geknüpft sind. Fresenius baut damit das Produktportfolio aus und sichert sich auch eigene Produktionskapazitäten. Das Unternehmen mit rund 600 Beschäftigten habe Labore und Fertigungsanlagen in Spanien und Argentinien sowie Möglichkeiten im wachstumsstarken Markt für Auftragsfertigung. So habe mAbxience jüngst einen Vertrag für die Herstellung der Arzneimittelsubstanz für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Lateinamerika abgeschlossen.

Zudem verleibt sich Fresenius für 240 Millionen Dollar (knapp 215 Mio Euro) plus etwaige Meilenstein-Zahlungen den auf Infusionstherapien spezialisierten US-Anbieter Ivenix ein. Er ist auf Schlauchsysteme und Software zu deren Analyse und Steuerung spezialisiert, was einfacher zu handhabende und sicherere Infusionen ermögliche. Beide Transaktionen, die Fresenius aus eigenen Mitteln finanziert, sollen bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Finanziert werden sollen die Transaktionen aus dem vorhandenem Kapital und dem freien Barmittelfluss.

Während sich die Übernahmen den Angaben zufolge voraussichtlich im laufenden Jahr noch weitgehend neutral auswirken, dürften sie 2023 einen positiven Einfluss auf das bereinigte Bar-Ergebnis je Aktie haben.

Das Fresenius-Papier setzte sich am Donnerstagmorgen mit plus 2,6 Prozent an die Spitze des Dax und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Mit der Übernahme von mAbxience dürfte Fresenius bei Kabi künftig Synergien bei der Produktion von Nachahmerpräparaten heben, merkte ein Händler an. Diese Produktion hätte das Unternehmen ansonsten möglicherweise auslagern müssen. Zudem kurbele Fresenius das stark wachsende Geschäft mit Biopharmazeutika an. Die Übernahme der US-Firma Ivenix dürfte ebenfalls Synergien und Wachstum im Infusionsgeschäft nach sich ziehen.

Fresenius steht an der Börse jedoch seit längerem unter Druck. Der Konzern hatte nach einer Überprüfung seines Geschäftsmodells angekündigt, eigenes Kapital vorrangig in Kabi zu investieren. Damit erhält die Gesellschaft Priorität vor den übrigen Konzernbereichen. Für die Kliniktochter Helios und das Servicegesellschaft Vamed hatte Konzernchef Stephan Sturm zuletzt auch eine Beteiligung von Investoren und einen späteren Börsengang ins Spiel gebracht. Einen Verkauf von Anteilen der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) schloss er nicht aus./tav/als/DP/tav